Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.


Durch * gekennzeichnete Felder sind erforderlich.

Monatsinformation
April 2020
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Corona-Krise hat Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche. Lesen Sie in dieser Ausgabe, was der Gesetzgeber und die zuständigen Institutionen bis-her an Maßnahmen eingeleitet haben.
Der sog. Phantomlohn ist in die Abrechnung von Lohn- und Gehalt mit ein-zubeziehen. Es müssen dafür auch die entsprechend höheren Sozialversiche-rungsbeiträge angemeldet und abgeführt werden. Die Ursachen aus denen dieser Lohnbestandteil entstehen kann, können - wie aufgezeigt wird - viel-fältig sein.
Fahrtenbuch und Arbeitszeugnis sind Themenbereiche, die immer wieder Fragen aufwerfen und die Gerichte beschäftigen. Auch in jüngster Vergan-genheit haben sich Finanz- und Arbeitsgerichte mit unzureichend geführten Fahrtenbüchern oder dem Anspruch auf identische Bewertungen im Arbeits-zeugnis im Rahmen agiler Projekt-Teams beschäftigen müssen.
Haben Sie Fragen zu den Artikeln dieser Ausgabe der Monatsinformationen oder zu anderen Themen? Bitte sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne.
Steuerberater Feldmann & Feldmann
 (05341) 84770
Telefax:(05341) 847744
38226 Salzgitter (Lebenstedt)
Alb.-Schweitzer-Str. 51
( Globushaus )
www.Steuerberater-Feldmann.de
April 2020 – Monatsinformation
SSteuerberater Feldmann &Feldmann
1
Schnelle Hilfe durch Kurzarbeitergeld und steu-erpolitische Maßnahmen in der Corona-Krise Um den mit der Ausbreitung des Corona-Virus ver-bundenen Heraus-forderungen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt wirk-sam entgegenzu-treten, hat die Bundesregierung am 10. März 2020 den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der beruf-lichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung (Ar-beit-von-morgen-Gesetz) beschlossen. Der Gesetz-entwurf wurde schon am 13. März verabschiedet und vom Bundespräsidenten unterzeichnet. Es soll im April 2020 in Kraft treten zunächst bis Ende 2020 gel-ten. Konkret sieht das neue Gesetz folgende Maßnahmen vor:  Wenn auf Grund schwieriger wirtschaftlicher Ent-wicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Be-trieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall be-troffen sein könnten. Diese Schwelle liegt bisher bei 30 Prozent der Belegschaft.  Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes soll vollständig oder teilweise verzichtet werden können. Das geltende Recht verlangt, dass in Betrieben, in de-nen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankun-gen genutzt werden, diese auch zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt und ins Minus gefah-ren werden.  Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitneh-mer können künftig Kurzarbeitergeld beziehen.  Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, soll die Bundesagentur für Arbeit künf-tig vollständig erstatten. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nut-zen. Gleichzeitig will das Bundesfinanzministerium eine Reihe von steuerpolitischen Maßnahmen auf den Weg bringen, um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern.  Den Finanzbehörden soll die Gewährung von Stundungen von Steuerschulden erleichtert wer-den.  Bei Unternehmen, die unmittelbar vom Corona-Virus betroffen sind, soll bis Ende des Jahres 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säum-niszuschläge verzichtet werden.  Die Voraussetzungen, um Vorauszahlungen von Steuerpflichtigen anzupassen, sollen erleichtert werden. Das Ministerium habe die hierfür erforderliche Ab-stimmung mit den Ländern eingeleitet. Zudem wurde ein unbegrenztes Kreditprogramm für Unter-nehmen angekündigt.
Einkommensteuer
Zur steuerlichen Behandlung von Aufwendungen zur Sanierung eines Entwässerungskanals
Der Bundesfinanzhof entschied, dass Aufwendungen für die (Erst- oder Zweit-)Herstellung von Zuleitungs-anlagen eines Gebäudes zum öffentlichen Kanal zu den Herstellungskosten des Gebäudes gehören, so-weit die Kosten für Anlagen auf privatem Grund und nicht für Anlagen der Gemeinde außerhalb des Grund-stücks entstanden sind.
Aufwendungen für die Ersetzung, Modernisierung oder (ggf. teilweise) Instandsetzung einer vorhande-nen und funktionsfähigen Kanalisation seien demge-genüber - als Werbungskosten oder Betriebsausgaben - sofort abziehbar, da sie weder zu den Anschaffungs- noch zu den Herstellungskosten zählen, sondern le-diglich der Erhaltung des Grundstücks dienen.
Die Kläger hatten im Zuge des Abrisses eines Einfami-lienhauses und Neubaus eines zur Vermietung vorge-sehenen Zweifamilienhauses Aufwendungen als sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendungen geltend ge-macht. Die Kosten waren für die verpflichtende Erneu-erung des durch Wurzeleinwuchs beschädigten An-schlusskanals vom auf dem eigenen Grundstück be-findlichen Schacht bis hin zum sich auf den öffentli-chen Grund unter der Straße befindlichen Hauptkanal angefallen. Der Bundesfinanzhof war hingegen der Ansicht, dass die Kläger diese nur als Herstellungskos-ten absetzen konnten.
April 2020 – Monatsinformation
SSteuerberater Feldmann &Feldmann
2
Steuerfolgen beim Nießbrauch an Grundstücken
Bei der Übertragung eines Grundstücks unter Nieß-brauchsvorbehalt hat der Nießbrauchsberechtigte das Recht an allen Nutzungsmöglichkeiten, d. h. er kann das Grundstück selbst bewohnen oder darauf einen Betrieb ausüben, aber auch das Grundstück ganz oder teilweise vermieten. Die laufenden Kosten hat er zu tragen, außergewöhnliche Erhaltungsaufwendungen und außergewöhnliche öffentliche Lasten (z. B. Er-schließungsbeiträge) muss der Eigentümer überneh-men.
Handelt es sich um einen Vorbehaltsnießbrauch zu Gunsten des bisherigen Eigentümers und erfolgt die Übertragung unentgeltlich, dann kann der Nießbrau-cher die Absetzung für Abnutzung (AfA) weiterführen, wie bisher als Eigentümer. Bei einem Zuwendungs-nießbrauch hat der Nießbraucher keine Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das Gebäude getragen und kann keine AfA abziehen. Der Grundstückseigen-tümer ebenfalls nicht, weil er keine Einkünfte aus dem Grundstück erzielt. Mit dem Ende des Nießbrauchs durch den Tod des Berechtigten geht die ursprüngli-che AfA-Basis auf den Eigentümer über, der die AfA weiterführen kann. Hinweis: Haben Sie Fragen zum Thema? Ihr steuer-licher Berater hilft Ihnen gern.
Lohnsteuer
Lohnsteuerliche Behandlung bei Beschaffung ei-ner BahnCard durch den Arbeitgeber
Die Oberfinanzdirektion Frankfurt hat in einer Verfü-gung zur lohnsteuerlichen Behandlung bei der Be-schaffung einer BahnCard durch den Arbeitgeber Stel-lung genommen.
Bei der lohnsteuerlichen Behandlung der Beschaffung einer BahnCard sind zwei Fallgruppen zu unterschei-den.
 Kommt es bei der Überlassung der BahnCard an den Arbeitnehmer zur prognostizierten Vollamor-tisation, d. h. die ersparten Fahrtkosten für Einzel-fahrscheine erreichen oder übersteigen die Kosten der BahnCard, stellt die Überlassung der BahnCard keinen Arbeitslohn dar.
 Erreichen die durch die Nutzung der überlassenen BahnCard ersparten Fahrtkosten nach der Prog-
nose zum Zeitpunkt der Hingabe der BahnCard de-ren Kosten nicht vollständig (Teilamortisation), liegt die Überlassung der BahnCard nicht im über-wiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Ar-beitgebers. Die Überlassung der BahnCard stellt in diesem Fall steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.
Wann entsteht für einen Arbeitnehmer ein Phan-tomlohn?
Bei dem Phantomlohn handelt es sich um einen Lohn oder häufiger Lohnbestandteile, die nicht ausgezahlt worden sind, obwohl der Arbeitnehmer darauf einen Rechtsanspruch hat.
Die Ursachen, aus denen dieser Lohnbestandteil ent-stehen kann, sind vielfältig,
 so gilt in einem tarifgebundenen Unternehmen grundsätzlich der Tariflohn als vereinbarte Vergü-tung, wird ein geringerer Lohn gezahlt, ist die Dif-ferenz der Phantomlohn;
 ein tariflich geschuldeter Mindestlohn hat Vorrang vor dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn;
 werden Überstunden zwar geleistet, aber nicht ver-gütet oder verrechnet, liegt in der Differenz ein Phantomlohn vor.
Ganz allgemein gilt, dass die Differenz zwischen dem Anspruch auf Lohn oder Gehalt und dem tatsächlich gezahlten Bruttolohn ein „Phantomlohn“ ist. Für die Lohn- und Gehaltsabrechnung ist auch dieser Phan-tomlohn in die Abrechnung mit einzubeziehen und es müssen dafür auch die entsprechend höheren Sozial-versicherungsbeiträge angemeldet und abgeführt werden.
Eine Besonderheit besteht in diesem Zusammenhang bei den Minijobbern, die ohne Festlegung einer kon-kreten wöchentlichen Arbeitszeit „auf Abruf tätig“ wer-den. Für sie gilt ab dem 1. Januar 2019 eine fiktive Ar-beitszeit von 20 Wochenarbeitsstunden. Selbst, wenn für diese Arbeitnehmer nur der Mindestlohn von der-zeit 9,35 Euro/Std. angesetzt wird, übersteigt der Mo-natslohn die Grenze von 450 Euro: Es liegt dann Bei-tragspflicht in allen Bereichen der Sozialversicherung vor.
Diese Regelungen gelten für laufenden Arbeitslohn, nicht für Einmalbezüge wie Weihnachts- oder Urlaubs-geld. In diesen Fällen werden nur die tatsächlich ge-leisteten Beträge Grundlage für die Abrechnung. Die Abführung der Beiträge muss vom Arbeitgeber sowohl für den Arbeitnehmer - als auch für den Arbeitgeber-anteil erfolgen.
April 2020 – Monatsinformation
SSteuerberater Feldmann &Feldmann
3
Die Nichtabführung der Beiträge unterliegt gem. § 266a Abs. 1 und 2 StGB dem Strafrecht. Der Strafrah-men dafür beträgt Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe. Strafbar ist bereits die schlichte Nicht-zahlung, ohne weitere Verschleierungshandlungen.
Da für den Arbeitnehmer die Steuerpflicht für Vergü-tungen erst bei der tatsächlichen Zahlung entsteht, kann der Phantomlohn nicht zu Verpflichtungen füh-ren. Das gilt auch für den Arbeitgeber, der die Lohn-steuer abzuführen hat.
Unzureichend geführtes Fahrtenbuch erst nach-träglich bekannt - Änderung der Steuerfestset-zung möglich
Wenn dem Finanzamt ein unzureichend geführtes Fahrtenbuch erst im Rahmen der Betriebsprüfung be-kannt wird, ist eine neue Tatsache gegeben, die zur Änderung der Steuerfestsetzung berechtigt. Ein Fahr-tenbuch ist nicht ordnungsgemäß geführt, wenn ledig-lich für Teilzeiträume Eintragungen vorhanden und die Fahrtziele und aufgesuchten Kunden nicht hinreichend genau bezeichnet sind.
Das Finanzgericht Münster entschied, dass dem GmbH-Geschäftsführer in diesem Fall für die Privat-nutzung eines Pkw aufgrund fremdüblicher Vereinba-rung im Anstellungsvertrag zwar keine verdeckte Ge-winnausschüttung zuzurechnen ist. Der Wert der Pri-vatnutzung sei aber als Gehaltsbestandteil bei den Ein-künften zu berücksichtigen.
Der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines Dienstwagens zur Privatnutzung führe unabhängig von den tatsächlichen Nutzungsverhältnissen zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers und fließe diesem bereits mit der Inbesitznahme des Dienstwagens zu. Der Nutzungswert sei hingegen nur bei tatsächlicher Nutzung des Pkw für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte anzusetzen.
Umsatzsteuer
Kleinunternehmer-Bemessungsgrundlage bei der Differenzbesteuerung
Ein Gebrauchtwagenhändler führte im Rahmen seiner Tätigkeit steuerbare Umsätze aus, die der Differenzbe-steuerung des Umsatzsteuergesetzes unterlagen. Seine in 2009 und 2010 ausgeführten Umsätze betru-gen 27.358 Euro bzw. 25.115 Euro. Die umsatzsteuer-rechtliche Bemessungsgrundlage ermittelte er gemäß dem Differenzbetrag (Handelsspanne) mit 17.328 Euro (2009) bzw. 17.470 Euro (2010). Er nahm in seiner Um-satzsteuererklärung für 2010 deshalb an, dass er wei-terhin Kleinunternehmer sei (§ 19 Abs. 1 UStG), da er unterhalb der geltenden Umsatzgrenze von 17.500 Euro lag. Das Finanzamt versagte dagegen die Anwen-dung der Kleinunternehmerregelung, da der Gesam-tumsatz 2009 gemessen an den vereinnahmten Ent-gelten über der Grenze von 17.500 Euro gelegen habe.
Der Bundesfinanzhof gab dem Finanzamt Recht. Bei der Ermittlung der Umsatzgrenzen nach der Kleinun-ternehmerregelung bei einem Händler, der der Diffe-renzbesteuerung unterliegt, sei nicht auf die Differen-zumsätze, sondern auf die Gesamtentgelte abzustel-len. Die Voraussetzungen für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung seien somit nicht erfüllt. Der Gesamtumsatz bezogen auf das dem Streitjahr 2010 vorangegangene Jahr 2009 habe die maßgebli-che Umsatzgrenze von 17.500 Euro überschritten. Des-halb sei auf die Summe der vom Gebrauchtwagen-händler in diesem Jahr vereinnahmten Entgelte in Höhe von über 27.000 Euro abzustellen. Die Handels-spanne sei hier unmaßgeblich.
Zuordnungsentscheidung bei Errichtung einer Photovoltaikanlage muss für Vorsteuerabzug fristgemäß dokumentiert werden
Der Vorsteuerabzug aus der Errichtung einer sowohl unternehmerisch als auch nichtunternehmerisch ge-nutzten Photovoltaikanlage setzt eine Zuordnungs-entscheidung voraus, die spätestens bis zum Ablauf der gesetzlichen Abgabefrist für die Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt zu dokumentieren ist.
Der Kläger hatte im Jahr 2014 eine Photovoltaikanlage erworben. Den erzeugten Strom nutzte er zum Teil selbst, zum Teil speiste er ihn bei einem Energieversor-ger ein. Am 29. Februar 2016 gab der Kläger die Um-satzsteuererklärung für das Streitjahr 2014 ab und machte Vorsteuerbeträge geltend. Vor der Abgabe seiner Umsatzsteuererklärung hatte der Kläger gegen-über dem Finanzamt keine Angaben zu der Photovol-taikanlage gemacht. Das Finanzamt versagte den Vor-steuerabzug aus der Rechnung über die Lieferung der Photovoltaikanlage, weil der Kläger die Zuordnungs-entscheidung nicht rechtzeitig getroffen habe.
Das Finanzgericht Baden-Württemberg gab dem Fi-nanzamt Recht. Da die Lieferung der Photovoltaikan-lage sowohl für den unternehmerischen Bereich als auch für den nichtunternehmerischen Bereich des Klä-gers vorgesehen war (sog. gemischte Nutzung), hätte der Kläger seine Zuordnungsentscheidung zum Unter-
April 2020 – Monatsinformation
SSteuerberater Feldmann &Feldmann
4
nehmensvermögen spätestens bis zum Ablauf der ge-setzlichen Abgabefrist für die Steuererklärung treffen und gegenüber dem Finanzamt dokumentieren müs-sen. Die Frist zur Dokumentation der Zuordnungsent-scheidung werde durch Fristverlängerungen für die Abgabe der Steuererklärung nicht verlängert. Zu die-ser Entscheidung ist eine Anfrage beim Europäischen Gerichtshof gestellt worden. Dieser soll grundsätzlich über die deutsche Handhabung entscheiden.
Arbeits-/Sozialrecht
Sozialamt darf regelmäßige Geldschenkungen an Enkelkinder zurückfordern
Eine Großmutter hatte für ihre beiden Enkelkinder nach deren Geburt jeweils ein für 25 Jahre angelegtes Sparkonto eröffnet und darauf über einen Zeit-raum von elf bzw. neun Jahren jeweils monatlich 50 Euro ein-gezahlt, um für die Enkel Kapi-tal anzusparen. Als sie vollsta-tionär in einer Pflegeeinrich-tung untergebracht werden musste, konnte sie die für die Heimunterbringung von ihr anteilig zu tragenden Kosten nicht mehr aus eigenen Mitteln aufbringen. Der Sozi-alhilfeträger kam für diese Kosten auf und verlangte von den Enkelkindern die Rückzahlung der Beträge, die die Großmutter in den letzten zehn Jahren auf die Sparkonten der Enkel eingezahlt hatte.
Das Oberlandesgericht Celle hat die Enkelkinder zur Zahlung der zurückgeforderten Beträge verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts stellen über mehrere Jahre monatlich geleistete Zahlungen an Familienan-gehörige zum Kapitalaufbau keine "privilegierten Schenkungen" dar und der Sozialhilfeträger kann diese deshalb von den beschenkten Familienangehörigen zurückfordern, wenn der Schenker selbst bedürftig wird und deshalb Leistungen von einem Sozialhilfeträ-ger bezieht.
Arbeitszeugnis: Kein Anspruch auf identische Be-wertung in agilen Projekt-Teams
Geklagt hatte ein Testingenieur, der im Bereich Pro-duct Qualification nach der sog. Scrum-Methode be-schäftigt war. Dabei handelt es sich um eine Form der agilen Arbeit, die weitgehend auf fachliche Weisungen durch den Arbeitgeber an die Gruppenmitglieder ver-zichtet. Stattdessen findet eine Selbstregulierung und -kontrolle der Arbeitsgruppe statt. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erteilte der Arbeitgeber dem Kläger und einem weiteren Mitglied des Projekt-Teams ein Arbeitszeugnis. Der Kläger sah sich im Ver-gleich zu diesem Mitarbeiter schlechter bewertet und verlangte die Angleichung seines Zeugnisses. Er habe Anspruch auf ein gleichlautendes Zeugnis, da im Scrum-Team die individuelle Arbeitsleistung aufgrund der Eigenart dieser Methode nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe und Team-Ziele vorrangig gewe-sen seien. Die Leistungen seien hiernach mindestens ebenso zu bewerten wie diejenigen des Kollegen.
Das Arbeitsgericht Lübeck war anderer Meinung. Auch in agilen Arbeitsumgebungen unter Einsatz der sog. Scrum-Methode sei die individuelle Leistung messbar und für die Tätigkeitsbeschreibung wie auch die Be-wertung der Leistung eines Zeugnisses allein maßgeb-lich. Der Einsatz bestimmter moderner Arbeitsmetho-den stehe dem nicht entgegen, selbst wenn die ver-wendete Methode das Gruppenergebnis in den Vor-dergrund stellt. Die Scrum-Methode verhindere keine individuelle Leistungsbewertung. Da der Kläger im Üb-rigen nichts zu den aus seiner Sicht gegebenen besse-ren Leistungen vorgetragen habe, hatte die Klage kei-nen Erfolg.
Verfahrensrecht
Ab Juni 2020 keine Zahlungserinnerungen für Steuervorauszahlungen
Das Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz teilt mit, dass die Finanzämter ab Juni 2020 keine Zahlungser-innerungen für Steuervorauszahlungen mehr verschi-cken und daher die Teilnahme am Lastschrifteinzugs-verfahren empfohlen wird.
Bisher wurden Bürger und Unternehmen, die Voraus-zahlungen auf ihre Einkommen- und Körperschafts-teuer leisten müssen, quartalsweise an die fälligen Zahlungen erinnert. Durch die Einstellung des Versan-des dieser Zahlungserinnerungen für Steuervoraus-zahlungen spart das Land Rheinland-Pfalz jährlich rund 220.000 Euro an Porto- und Papierkosten.
April 2020 – Monatsinformation
SSteuerberater Feldmann &Feldmann
Impressum
© 2020 Alle Rechte, insbesondere das Verlagsrecht, allein beim Herausgeber DATEV eG, 90329 Nürnberg (Verlag).
Die Inhalte wurden mit größter Sorgfalt erstellt, erheben keinen Anspruch auf eine vollständige Darstellung und
ersetzen nicht die Prüfung und Beratung im Einzelfall.
Die enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt.
Die Verwendung der Inhalte und der Bilder im Kontext dieser Mandanten-Monatsinformation erfolgt
mit Einwilligung der DATEV eG.
Termine Steuern/Sozialversicherung April/Mai 2020 Steuerart Fälligkeit Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag 14.04.20201 11.05.20202 Umsatzsteuer 14.04.20203 11.05.20204
Ende der Schonfrist obiger Steuerarten bei Zahlung durch:
Überweisung5
17.04.2020
14.05.2020
Scheck6
10.04.2020
08.05.2020 Gewerbesteuer Entfällt 15.05.2020 Grundsteuer Entfällt 15.05.2020
Ende der Schonfrist obiger Steuerarten bei Zahlung durch:
Überweisung5
Entfällt
18.05.2020
Scheck6
Entfällt
12.05.2020 Sozialversicherung7 28.04.2020 27.05.2020 Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag Die Kapitalertragsteuer sowie der darauf entfallende Solidaritätszuschlag sind zeit-gleich mit einer erfolgten Gewinnausschüttung an den Anteilseigner an das zuständige Finanzamt abzuführen.
1 Für den abgelaufenen Monat, bei Vierteljahreszahlern für das abgelaufene Kalendervierteljahr.
2 Für den abgelaufenen Monat.
3 Für den abgelaufenen Monat, bei Dauerfristverlängerung für den vorletzten Monat, bei Vierteljahreszahlern ohne Dauerfristverlängerung für das abgelaufene Kalendervierteljahr.
4 Für den abgelaufenen Monat, bei Dauerfristverlängerung für den vorletzten Monat, bei Vierteljahreszahlern mit Dauerfristverlängerung für das abgelaufene Kalendervierteljahr.
5 Umsatzsteuervoranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen müssen grundsätzlich bis zum 10. des dem Anmeldungszeitraum folgenden Monats (auf elektronischem Weg) abgegeben werden. Fällt der 10. auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, ist der nächste Werktag der Stichtag. Bei einer Säumnis der Zahlung bis zu drei Tagen werden keine Säumniszuschläge erhoben. Eine Überweisung muss so frühzeitig erfolgen, dass die Wertstellung auf dem Konto des Finanzamts am Tag der Fälligkeit erfolgt.
6 Bei Zahlung durch Scheck ist zu beachten, dass die Zahlung erst drei Tage nach Eingang des Schecks beim Finanzamt als erfolgt gilt. Es sollte stattdessen eine Einzugsermächtigung erteilt werden.
7 Die Sozialversicherungsbeiträge sind einheitlich am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats fällig. Um Säumniszuschläge zu vermeiden, empfiehlt sich das Lastschriftverfahren. Bei allen Krankenkassen gilt ein einheitlicher Abgabetermin für die Beitragsnachweise. Diese müssen der jeweiligen Einzugsstelle bis spätestens zwei Arbeitstage vor Fälligkeit (d. h. am 24.04.2020/25.05.2020, jeweils 0 Uhr) vorliegen. Regionale Besonderheiten bzgl. der Fälligkeiten sind ggf. zu beachten. Wird die Lohnbuchführung durch extern Beauftragte erledigt, sollten die Lohn- und Gehaltsdaten etwa zehn Tage vor dem Fälligkeitstermin an den Beauftragten übermittelt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Fälligkeit auf einen Montag oder auf einen Tag nach Feiertagen fällt.

Steuerberater Feldmann & Feldmann

Albert-Schweitzer-Strasse 51 (Globushaus)

38226 Salzgitter

Telefon +49534184770

Telefax +495341847744

steuerberaterfeldmann-feldmann@web.de